Netzwerk "Integration durch Qualifizierung (IQ)"

In Deutschland leben rund 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht knapp 20 Prozent der Gesamtbevölkerung - Tendenz steigend. Zahlreiche Faktoren führen dazu, dass Migrantinnen und Migranten etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind wie Erwerbspersonen ohne Migrationshintergrund.

Um die Arbeitsmarktintegration von Erwachsenen mit Migrationshintergrund zu verbessern, hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) 2005 das bundesweite Netzwerk "Integration durch Qualifizierung (IQ)" ins Leben gerufen. Das Netzwerk hat in den vergangenen Jahren Instrumente, Handlungsempfehlungen sowie Beratungs- und Qualifizierungskonzepte entwickelt und erprobt. Diese sollen jetzt flächendeckend umgesetzt und in Regelangeboten verankert werden. Dazu hat das BMAS 2011 gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Bundesagentur für Arbeit (BA) die dritte Förderperiode aufgelegt (Laufzeit von 2011 bis 2014).

Die Struktur des Förderprogramms IQ

2011 haben 16 Regionale Netzwerke ihre Arbeit aufgenommen und vernetzen sich mit weiteren Integrationsakteuren vor Ort. Sie setzen Instrumente, Handlungsempfehlungen und Konzepte zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten in die Praxis um. Bis 2014 werden stufenweise weitere Regionale Netzwerke hinzukommen. Insgesamt sollen bis zu 25 Netzwerke entstehen. Fünf Fachstellen bauen in den Handlungsfeldern von IQ – Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen, berufsbezogenes Deutsch, Diversity Management, Existenzgründung, Qualifizierung – fachliche Expertise auf und aus. Das kann die Entwicklung von Qualitätsstandards sein, die Konzeption von Schulungsmaterialien oder die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse.

Der Aufbau dieser Strukturen wird durch ein Koordinierungsprojekt (KP IQ) gesteuert. Es unterstützt auch den Austausch zwischen den Regionalen Netzwerken und den Transfer guter Praxis. Darüber hinaus sorgt das Koordinierungsprojekt gemeinsam mit den Fachstellen dafür, dass Arbeitsergebnisse aus dem Netzwerk den Ministerien, der BA und in der Fachöffentlichkeit bekannt werden.

Das Förderprogramm IQ ist unmittelbar in die Ziele und Maßnahmen des Nationalen Aktionsplans (NAP) eingebunden. Auf Bundesebene bilden KP IQ und die Fachstellen die Schnittstellen zur Politik. Vor Ort werden Ziele und Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten durch Kooperationsvereinbarungen der Regionalen Netzwerke und ihrer Partner festgeschrieben und umgesetzt.

Regionale Netzwerke

Berufliche Integration findet vor Ort statt. Sie gelingt vor allem dann, wenn sich Arbeitsmarktakteure vernetzen und an einem Strang ziehen. Deshalb arbeiten die Regionalen Netzwerke eng mit Institutionen wie Agenturen für Arbeit, Jobcentern, Kammern und Beratungsstellen zusammen. Das Netzwerk IQ hat dafür in der vorangegangenen Förderperiode eine "Prozesskette" entwickelt - ein Modell für die regionale Verzahnung von Unterstützungsleistungen. Die dafür erforderlichen Kooperationsstrukturen werden jetzt auf- und ausgebaut.

Bei der Umsetzung des geplanten Gesetzes zur "Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen" helfen die Regionalen Netzwerke, flächendeckende Strukturen für die Erstinformation und Verweisberatung von Ratsuchenden bereitzustellen. Sie übernehmen Servicefunktionen für Arbeitsmarktakteure und bieten Schulungen und Beratungen an, die für die spezifischen Belange von Migrantinnen und Migranten qualifizieren.

Fachstellen

Die fünf Handlungsfelder im Netzwerk IQ werden bundesweit jeweils von einer Fachstelle wissenschaftlich begleitet und weiterentwickelt:

  • Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen
  • Berufsbezogenes Deutsch
  • Diversity Management
  • Existenzgründung
  • Qualifizierung

Die Fachstellen übernehmen die fachliche Beratung und Begleitung der Regionalen Netzwerke. Gleichzeitig bündeln sie die praktischen Erfahrungen und die wissenschaftliche Expertise im Handlungsfeld. Die Fachstellen tragen darüber hinaus die Verantwortung für eine fachlich fundierte Beratung für Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Verwaltung.

Mehr Informationen zum Netzwerk IQ finden Sie unter www.netzwerk-iq.de.